kleine-angstWas ist deine grösste Angst?
Wovor fürchtest du dich am meisten?

Das ist die essentielle Frage des Lebens überhaupt.

Sich dieser Angst bewusst zu sein ist die erste, sich auf sie einzulassen ist die zweite Stufe auf der imaginären Treppe zur Befreiung. Wieviele Stufen sie hat, ist unbekannt.

Solange wir nicht bereit sind, uns dieser grossen Angst zu stellen, d.h. bereit zu sein, ihr ins Gesicht zu schauen, ihr vollständig zu begegnen, und sie hereinzulassen, solange wird sie unser Leben leiten.
Unser aller Leben ist von der Angst getrieben, von einer meist un­be­wussten Lebensangst (=Todesangst), vor welcher jedermann ständig auszuweichen versucht, und die uns gerade deshalb wie ein ge­spen­stischer Schatten durchs ganze Leben begleitet.

Wir glauben, wir könnten die Angst überlisten, indem wir so tun, als wäre sie nicht vorhanden, oder indem wir versuchen, sie herunterzuspielen, sie zu verniedlichen, um ihre tiefe und überwältigende Dimension nicht wahrnehmen zu müssen.

Der Angst aus­zu­weichen bedeutet aber dasselbe, wie dem Leben auszuweichen; und mit Leben meine ich das Berühren einer tiefen und umfassenden Dimension des Seins, da wo Denken niemals hinkommt.
Das ist der Atem des Lebens selbst, vibrierende, alles durchdringende Lebendigkeit und Fülle, die einfach ist, weil sie ist, auch dann, wenn sie nicht wahr­genommen wird.

Die Lebendigkeit selbst stört sich nicht daran, dass sie nicht wahr­ge­nommen wird, sie ist sich selbst genug.
In Wahrheit sind wir diese vibrierende Lebendigkeit und Fülle selbst.

Die Angst hereinzulassen bedeutet, das Leben zutiefst zu durchdringen, ihm wahrhaft zu begegnen, und auf seinen Grund zu stossen. Hier zeigt die Angst erstmals ihr wahres Gesicht, es ist das des Ur­ver­trauens, des vollkommenen Auf­geho­ben­seins, des Geborgenseins in Gott.

Om shanti shanti shanti